Vier Generationen, die hart übereinander urteilen, versteckt oder unverhohlen, sollen Projekte vorantreiben. Wie soll das gehen? Wissen Sie, wie die Generationen in Ihrem Unternehmen übereinander denken? Welche (Vor-)Urteile und Denkmuster vorherrschen? Wie ist die Lust auf Zusammenarbeit in den Teams? Denn insgesamt scheint die Stimmung diesbezüglich getrübt.

Generationen unterscheiden sich schon immer voneinander in der Art und Weise

  • wie sie lernen,
  • wie sie miteinander kommunizieren,
  • wie sie arbeiten,
  • wie sie leben,
  • wie sie die eigene Rolle verstehen – auch in Bezug zu anderen.

Die entstehenden Spannungen wurden früher eher im familiären Umfeld oder bei den Babyboomern auch auf gesellschaftspolitischer Ebene ausgetragen. Heute haben sie die Unternehmer erreicht.

Brisanz kommt zusätzlich durch die Tatsache hinein, dass heute vier, statt wie früher drei Generationen miteinander arbeiten. Die Zyklen sind kürzer geworden, die Lebensarbeitszeit länger.

Dabei ist es nicht das Alter allein, das den Unterschied erzeugt. Die schnelllebige Zeit produziert mit der fortschreitenden Digitalisierung in einer Kurzfristigkeit unglaubliche Erfahrungsunterschiede. Das Neue passt nicht mehr ins Alte. Das schafft Irritationen bei allen. Irritationen, die die Bahn frei machen für Schubladen- und Musterdenken. Das menschliche Gehirn tickt so. Tief verankert in den Köpfen der MitarbeiterInnen dominieren diese Ansichten den Umgang miteinander

Allerdings kann kein Unternehmen florieren, in dem gefühlt die Jungen „spinnen“ und die Älteren „nur ihre Rente planen“. Der Druck ist hoch, ein abgehängt werden mag sich keiner vorstellen. Was tun?

Zusammenarbeit per Ansage funktioniert nicht.

Zu sehr stecken Vorurteile fest, zu sehr bestimmt die menschliche Einstellung das Verhalten. Und Hand auf´s Herz. Wie steht es mit Ihnen selbst? Erkennen Sie selbst die Innovationskraft der Jüngeren und den Erfahrungsschatz der Älteren an? Können Sie selbst als authentisches Vorbild vorangehen? Oder entdecken Sie Vorurteile bei sich selbst? Ein Stück Nabelschau ist notwendig, das gab es bislang nicht. Rollen und Funktionen werden auf den Prüfstand gestellt.

Da hilft nur, dem Vorbild von Charly und seinem Vater nachzueifern. Wer erinnert sich von Ihnen noch? In den siebziger Jahren begann eine Serie im Radio "Papa, Charly hat gesagt, sein Vater hat gesagt ..." Charly befragte seinen Vater zu Themen wie Pille, Ausländerfeindlichkeit und Homosexualität und brachte ihn ziemlich ins Schwitzen. Durch Hartnäckigkeit kam er dann zu seinem Ziel. Was zeigt der Dialog? Der Junge durchbricht bisherige Tabus, fragt aber nach Erfahrung und Wissen. So geht mit- und voneinander lernen.

Erstaunlicherweise scheint auch heute ein weitgehender Konsens zwischen der jüngeren und der älteren Generation zu herrschen über das, was sie voneinander lernen könnten.

Neben dem großen Erfahrungswissen können die Älteren Werte wie Höflichkeit, Respekt im Umgang mit anderen Menschen, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Geduld und Hilfsbereitschaft weitergeben, vorausgesetzt, die Werte werden gelebt und nicht nur verkündet. Umgekehrt bringt die die junge Generation Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem, „das einfach mal machen“ und einen großen Optimismus ins Spiel. Auch im Umgang mit Technik und der Kultur des Netzwerkens auf internationalem Pflaster kann Alt von Jung viel lernen.

Was heißt das für Sie im Unternehmen?

  • Beleuchten Sie, wie die "Jungen und die Alten" bei Ihnen wirklich ticken,
  • schaffen Sie Verständnis füreinander und zwar durch alle Ebenen, horizontal und vertikal,
  • öffnen Sie sich selbst für die positiven Werte der jeweils anderen Generation,
  • berücksichtigen die unterschiedlichen Kommunikations- und Lernbedürfnisse aller und fördern Sie Beteiligung und Selbstständigkei,
  • leben Sie eine Vertrauenskultur als Nährboden für echte Kooperation,
  • öffnen Sie sich für produktive Synergieeffekte und beachten Sie, dass das Betriebsklima die Leistung bestimmt, nicht das Alter!
  • Ermöglichen Sie, dass Ihre MitarbeiterInnen miteinander reden … nicht nur über fachliche Themen.

Ihr Nutzen!

Erst durch echte Kooperation der Generationen bleibt Ihr Unternehmen im natürlichen Fluss der Zeit und damit am Ball. Die Potenziale der einzelnen MitarbeiterInnen können altersübergreifend zum Tragen kommen. Ein respektvolles Miteinander sichert nicht nur die gegenseitige Wertschätzung, sondern ist Grundlage für den unternehmenserhaltenden Wissens- und Erfahrungstransfer.

Miteinander und voneinander zu lernen fördert das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit.

  • Die MitarbeiterInnen sind motiviert durch das Leben eigener Werten und Vorstellungen.
  • Sie fühlen sich anerkannt und wertgeschätzt.
  • Ihre MitarbeiterInnen handeln mehr und mehr eigenverantwortlich.
  • MitarbeiterInnen erkennen Unterschiede als positiven Wert an.
  • Ein offenes Mind-set im Unternehmen unterstützt eine offene Kommunikation mit Kunden und Stakeholdern.
  • Wissen existiert nicht nur als Big Data, sondern wird gekoppelt mit Erfahrungswerten weitervermittelt.
  • Ältere lernen die für´s Unternehmen notwendigen digitalen Voraussetzungen.
  • Volle Innovationskraft und das Engagement aller.

TIPP

Nutzen Sie die Synergieeffekte, die aus der Innovationskraft der Jüngeren und die Erfahrungswerte der Älteren entstehen. Jüngere sind zwar schneller, Ältere kennen die Abkürzung. In welcher Situation passt welche Lösung? Bringen Sie Jung und Alt ins Gespräch!

Autorinnen: Gisela Sattler-Dzierza und Ewa Sadowicz

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