Früher mal, ja da war alles klar: Papa geht arbeiten, Mama macht den Rest. Heute ist das – zum Glück – in der Regel nicht mehr so. Doch das bringt auch neue Herausforderungen, denen sich Papa/Führungskraft stellen sollte.

Deutschland und die Welt stecken in der Krise und vieles ist anders als gewohnt. Wir nehmen das zum Anlass, mal einen Blick auf etwas zu werfen, das ohnehin für viele gerade in ein neues Licht gerückt wird: Wie passen eigentlich die Rolle als Führungskraft und diejenige als Papa zusammen?

Bevor wir weitermachen: Auch die Rolle der Mutter ist herausfordernd und erfordert viel Kraft. In diesem Artikel geht es, ganz bewusst, mal um die Väter. Das soll die Leistung und die Rolle der Mütter in keiner Weise schmälern.

Durch Homeoffice, Kita- und Schulschließungen, Kurzarbeit und viel Zeit zu Hause ergibt es sich, dass viele von uns plötzlich deutlich mehr Zeit im privaten Umfeld verbringen, als sonst. Das ist oft schön, aber auch herausfordernd und belastend. Und alle, die ihre Kinder jetzt mehr als sonst sehen, haben es direkt vor Augen: Ja, es macht einen Unterschied – mit Vor- und Nachteilen, und auch mit allen Unklarheiten darüber, wer eigentlich jetzt was machen soll.

Auch für viele Väter, die 100% des Familieneinkommens nach Hause bringen, ist es schon lange nicht mehr klar, wie die Rollenverteilung zu Hause stattfindet. Früher galt für die Mehrheit: Papa arbeitet, Mama macht Haushalt und Kinder. Heute ist das – zum Glück – nicht mehr so eindeutig. Viele Papas wollen mit dabei sein, sie wollen wickeln, füttern und Einschlaflieder vorsingen. Das ist natürlich für alle Beteiligten eine ganz tolle Entwicklung – Kinder brauchen ihre Väter. Das heißt: Papas wollen mehr. Es heißt gleichzeitig: Papas sollen mehr.

Wer macht eigentlich was?

Zum Glück ist in vielen Familien längst nicht mehr der Vater der einzige Verdiener. Familienforscher haben untersucht, wie sich die Familienarbeitszeit verändert hat. Es ist mittlerweile ganz normal, dass auch Mütter arbeiten gehen – und das ist gut so. Dennoch ist nach wie vor der Vater der Haupternährer (die Zahlen beim Elterngeld sind noch recht deutlich: Mehr als drei Viertel der Leistungsbezüge gehen auf das Konto der Mütter – Tendenz allerdings fallend).

Dies führt direkt in eine Situation mit vielen Fragezeichen: Wenn Papa also auch für den Nachwuchs zuständig ist, aber meistens nicht alleine, wofür genau ist er dann verantwortlich? Darf Papa, wenn er heimkommt, erstmal die Füße hochlegen, oder ist er sofort „dran“? Muss Mama noch immer pünktlich das Essen fertig haben, oder darf sie, sobald Papa da ist, erstmal eine Runde joggen gehen? Fragen wie diese gibt es viele, und die Antworten sind so zahlreich wie individuell. Die Herausforderung ist also, dass sehr viele Details nun in der Familie ausdiskutiert werden müssen, die vorher klar waren. Doch das ist noch nicht alles.

Mehr Verantwortung, weniger Zeit

Wichtig ist auch die Veränderung bei der Arbeitszeit der Gesamtfamilie: Früher waren das rund 48 Stunden, heute sind es 72. Das bedeutet: Der Raum, sich zu erholen, sich zu besinnen oder auch über die angesprochenen Themen zu sprechen, wird immer kleiner. Aus Sicht des Vaters heißt das: Die Menge an Aufgaben wächst, und gleichzeitig nimmt ihre Komplexität zu.

Viele Väter haben also weniger Zeit, als noch vor einer Generation. Sie arbeiten oft ebenso viel wie ihre Väter, sind aber zusätzlich deutlich mehr in das Familienleben eingebunden. An dieser Stelle: Bravo, Väter – es ist toll, dass das so ist!

Es ist aber durch diese Entwicklung ein veritabler Engpass entstanden. Der Vater muss ja noch mehr als nur diese beiden Rollen erfüllen.

In folgenden Umgebungen muss er um seine Rolle ringen:

  • Arbeit
  • Familie
  • Partnerschaft
  • Freundschaften
  • eigene Hobbies, Sport und Interessen

Es ist eine große Herausforderung, keinen dieser Bereiche zu vernachlässigen. Wer in der Arbeit und als Vater Gas gibt, der vernachlässigt womöglich sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse – da fällt es nicht schwer, an Themen wie Burn-Out oder Midlife-Crisis zu denken.

Mangel an Ressourcen

Langfristig wird immer das Gesamtsystem leiden, wenn einer dieser Bereiche zu kurz kommt. Was hilft? Genau hinschauen und Strategien entwickeln, um allen Rollen gerecht zu werden und auch sich selbst nicht zu vernachlässigen.

Doch hier ist eine Schwierigkeit: Während es für Frauen und Mütter immer mehr Blogs, Podcasts, Videos, Bücher, Veranstaltungen und sonstige Angebote gibt, ist dies für Männer und insbesondere Väter Mangelware. Wer danach sucht, findet allzu oft doch nur die alten Rollenbilder (Cowboys und andere harte Jungs). Was fehlt, sind gute Angebote und stimmige Konzepte, die gerade Führungskräften helfen, sich dieser wichtigen Aufgabe zu stellen.

Also, Väter: Arbeitet an Euch selbst. Die Ressourcen kommen langsam – bis dahin: Werdet zu Helden und nehmt es in die Hand!

TIPP FÜR VÄTER

Suchen Sie nach Selbstcoaching-Methoden, die Ihre Introspektion, Ihre Innensicht schärfen. Sie werden sich den genannten Herausforderungen dann angemessen stellen können, wenn Sie mit sich selbst im Reinen sind: Was wollen Sie? Welche Werte wollen Sie leben? Was sind Ihre Ziele?

Ein erster Ansatzpunkt könnte das Wheel of Life sein, das Lebensrad:

Lebensrad
Das Lebensrad finden Sie auch als .pdf im Download. Einfach oben rechts anklicken.

Zeichnen Sie dort für sich ein, wie stark Sie den einzelnen Bereichen aktuell gerecht werden. Viel Erfolg und Spaß dabei!

TIPP FÜR UNTERNEHMEN

Anders als Frauen sind Väter oft nicht aktiv auf der Suche nach Gleichgesinnten oder Unterstützung. Vielleicht können Sie ihnen etwas anbieten? Wie wäre es mit Papa-Matching, also der Vermittlung frischgebackener Väter miteinander innerhalb des Unternehmens? Oder eine kollegiale Papa-Beratungsrunde, in der sich Papas in der Gruppe gegenseitig Tipps geben? Gerne begleiten wir Sie als ModeratorInnen.

Ihr/e ExpertIn

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