Der Einschnitt war drastisch, er ist unumkehrbar und nun sind wir mittendrin im Wandel. Das Virus hat in Kürze geschafft, worauf viele hingearbeitet haben: Digitalisierung, Arbeit remote im Team, Kooperation und Selbstverantwortung. Wir sehen, dass der Wandel funktioniert, sogar innerhalb kürzester Zeit. Der Preis dafür ist allerdings recht hoch, wie es weitergeht noch ungewiss.

Wie geht es Ihnen in dieser Ausnahmesituation, in der die Normalität aus den Fugen ist? So eine Krise rüttelt an den Grundfesten, an eigenen und gesellschaftlichen Werten und Normen. Viele Gefühle und alle zur gleichen Zeit. Was ist richtig? Was ist falsch?

In Management, Führung und in Teams passen von jetzt auf gleich alte Muster nicht mehr. Bewährte Vorgehensweisen und Lösungsstrategien aus dem best-practice Schatzkästchen gehören auf den Prüfstand.

Machen Sie sich darüber Gedanken, wie ein „Danach“ aussehen kann? Sie haben ja schon ein gutes Gefühl dafür erworben, wenn auch unfreiwillig, wie sich Veränderung anfühlt. Das ist eine unschätzbare Ressource. Aus diesem Gespür heraus können Sie viel besser abschätzen, was Menschen brauchen, um gut durch die Krise zu kommen und in Zukunft gestaltend wirksam zu sein.

Genau hier liegt der erste Ansatzpunkt: Innehalten und wahrnehmen, was ist. Was macht die Krise mit Ihnen ganz persönlich, dem Team, dem Unternehmen? Trennen Sie das sauber, sonst vermischt sich das in der Wahrnehmung.

Wer annimmt, was ist, die Unterschiede als Vielheit ansieht, kommt raus aus der Panik- und rein in die Wachstumszone. Hier können Sie sich fokussieren und sich fragen: Was ist jetzt wichtig? Was ist überfällig? Wie können wir …? Hier entstehen neue Möglichkeitsräume.

Inzwischen gibt es zahlreiche Beispiele, auch unserer KundInnen, die Neues wagen und einführen:

  • sie kooperieren, wo vor sechs Wochen noch konkurriert wurde
  • sie testen, verwerfen oder erweitern neue Tools
  • nicht mehr alles muss perfekt sein, Fehler sind ihre Lernfelder
  • sie bringen mehr Struktur in ihre Online-Meetings, weil die Schwächen ihrer konventionellen Treffen stärker zu Tage treten
  • plötzlich geben Chefs Verantwortung an Teams ab, weil alte Abstimmungswege nicht mehr funktionieren
  • Der menschliche Austausch hält Einzug in den virtuellen Raum. Weil die räumliche Nähe fehlt wird deutlich, wie wichtig menschliche Beziehung ist. Und schon treffen sie sich zum Kaffee oder Feierabendbier, online eben.
  • Wie ist das bei Ihnen? Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?

Was sich bei allen zeigt:

Es geht nur gemeinsam! Nur durch die Bereitschaft, sich aufeinander einzustellen, miteinander und voneinander zu lernen, Wissen zu teilen, auch crosslevel, sind diese Erfolge denkbar. Für die, die es wagen, ist es schnell eine positive Erfahrung: zusammen können wir es schaffen! Die Komplexität, das Dynamische kann auch nur von Vielen bewerkstelligt werden. Die Ressourcen aller werden gebraucht. Hier entsteht ein Co-kreativer Raum, in dem sich Neues entfalten kann.

Loslassen und Abschied nehmen sind essenziell. In jeder Krise heißt es wertschätzend Abschied zu nehmen von bewährtem Alten. Spüren Sie das gemeinsam auf, was nicht mehr dienlich ist. Das können schmerzhafte Prozesse sein. Das Alte will zuvor gewürdigt sein. Krisenkompetenz zeigt sich vor allem im Loslassen können. Hier entsteht der Raum für Neues. Abschied und Neubeginn bedingen sich gegenseitig.

Innere Führung gibt Stabilität. Wie soll es zukünftig werden, wie wollen Sie selbst sein, wie mit dem Team, in der Organisation, wenn Sie an die Zukunft denken? Was soll sich in ein, zwei, zehn Jahren realisiert haben? Die Ausrichtung nach dem Sinn, dem Denken von einer sinnhaften Zukunft aus, gibt Halt und hilft, den inneren Kompass und die Handlungen danach auszurichten.

Vertrauen schafft Verbundenheit. Das gemeinsame Experimentieren verbindet und schweißt zusammen. Das zu nähren ist wichtig, denn Krisen machen verletzlich, Reibungen gehören dazu. Ein guter Vertrauensraum hilft, dass Konflikte konstruktiv gelöst und das miteinander Wachsen auch gleichzeitig eine Reifung für jede/n Einzelne/n sein kann.

Führungskräfte sind hier besonders gefordert. Sie fungieren bestenfalls als emotional stabile UnterstützerInnen in diesen Veränderungsprozessen. Vielleicht helfen Ihnen die folgenden Reflexionsfragen beim Herstellen eines sicheren Raumes für Ihr Team:

  • Wie können Sie eine Haltung der Zuversicht leben und konstruktiv nach vorne denken?
  • Wie zeigen Sie Menschlichkeit und Präsenz und auf welche Weise schenken Sie Ihren MitarbeiterInnen ein offenes Ohr?
  • Was brauchen Sie dazu, um Entscheidungen zu fällen, auch wenn Sie nicht wissen, ob es der richtige Weg ist? Können Sie schließlich dazu stehen?
  • Auf welche Weise können Sie alle bei der Krisenbewältigung einbeziehen? Was wollen Sie wie frühzeitig und transparent kommunizieren?
  • Können Sie als Vorbild fungieren im Loslassen von alten Denkmustern und altem Expertenwissen? Wo gilt es, eigene Muster zu überdenken?
  • Halten Sie sich selbst offen für die Veränderung und gehen immer wieder in die Reflexion?

Nutzen Sie die Entwicklungschancen, die in dieser Krise liegen! Wachsen Sie gemeinsam über sich hinaus. Corona ist ein unglaublicher Agilitätsbeschleuniger. Das Buzzword VUKA ist plötzlich für alle erlebbar und greifbar. Eine globale Veränderung ist angeschoben, die nur dann positiv wirkt, wenn die Menschen mitmachen. Gehen wir mutig ans Gestalten einer menschengemäßen zukünftigen Lebens- und Arbeitswelt. Packen wir es achtsam an, alle zusammen!

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