Die Covid-19-Pandemie hat die Wirtschaft lahmgelegt, bedroht Existenzen und disruptiert ganze Branchen.
Was haben Sie in der Krise gelernt? Haben sich durch die Krise neue Innovationsarten/-ansätze ergeben? Wo steht Ihr Unternehmen?

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie wichtige Erkenntnisse in Chancen verwandeln und voneinander lernen können.

Die Krise und ihre tiefen Verwerfungen eröffnen auch neue Möglichkeitsräume. Es ist eine Zeit großer Unsicherheit, aber auch eine Zeit, in der plötzlich möglich wird, was vorher undenkbar war. Die Weichenstellungen dieser Monate werden die nächsten Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte, nachhaltig prägen, in Gesellschaft, Wirtschaft – und vor allem in Unternehmen. Deshalb ist ein Blick zurück genau jetzt wichtig, um die wichtigsten Erkenntnisse in Chancen umzumünzen und voneinander zu lernen. 

Wann wird endlich wieder alles so wie vorher?

Corona löst keinen Neustart aus, sondern eine Wachablöse. Ein Teil der Wirtschaft will schnell wieder Normalität und business as usual. Ein anderer Teil kann oder will nicht mehr zurück und drängt stattdessen nach vorne. Dies ist das eigentliche Momentum der Krise: Die Entscheidung für einen Weg. Die Richtung, die wir weitergehen. Als Individuum, als Gesellschaft, als Unternehmen.

Es ist ein ganzheitliches Verständnis der komplexen Zusammenhänge gefragt, um die richtigen Schritte setzen zu können. UnternehmerInnen müssen jetzt ihren Blickwinkel verändern, weg von der Innenperspektive ihrer Organisation, hin zu einer ganzheitlichen Perspektive, um Wirkungen und Potenziale der Situation erkennen zu können. Ein gelungener Umgang mit der Komplexität einer Situation kann nur durch einen gelungenen Umgang mit komplexen Informationen erfolgen, nämlich, indem Informationen geordnet, verknüpft und reduziert werden.

Welche Erfahrungen haben wir bei EinfachStimmig gemacht?

Auch wir sind digitaler geworden. Ein Punkt ist besonders positiv hervorzuheben: Die Zusammenarbeit mit unseren KundInnen, oftmals ist es direkt die Geschäftsführung, ist intensiver, offener, persönlicher und noch mehr auf Augenhöhe geworden. Wir finden gemeinsam gute Lösungen für die Zukunft. Weg von der Blaupause hin zu individuellen Lösungen und dabei ist es ganz egal ob Live oder Online.

Der Wunsch nach gemeinsamer Arbeit, Austausch, und Kreativität steigt. Was fehlt, ist der informelle Austausch ohne Agenda, ohne Thema - zu dem niemand einlädt. Denn dieser entsteht oftmals auf dem Weg in die Kaffeeküche oder in die Kantine, in der Raucherecke – wenn es diese denn noch gibt, oder auf der gemeinsamen Fahrt zum Kunden oder auf dem Heimweg.

Remote-Arbeiten fühlt sich für den einen oder anderen an, wie Arbeiten aus der Telefonzelle: Isolation und ein gefühlter Informationsverlust machen sich breit, fehlende Kreativität, kurze Wege bis hin zum Lagerkoller. Und die Frage taucht auf: Gehöre ich noch dazu?

Auf der anderen Seite vermissen die wenigsten die Reisezeiten, die Staus und das Gedränge auf den Fluren, wenn die MitarbeiterInnen von einem Meeting ins Nächste hetzen. Fragen werden diskutiert wie: Müssen so viele Dienstreisen wirklich sein, ist die Just In Time Lieferkette wirklich sinnvoll? Sollen/Müssen wir nicht häufiger mit unseren KundInnen sprechen?

Dauerbrenner sind Datensicherheit und Datenschutz beim virtuellen Arbeiten, ein funktionierendes Risiko- und Notfallmanagement, Cyberkriminalität und fehlendes Expertenwissen, klare und verbindliche IT-Sicherheitsregelungen, …

Im letzten Sommer hatten viele das Gefühl, es geht wieder ein Stück zurück in die alte „Normalität“, doch die steigenden Coronazahlen und der erneute Shutdown verhinderten ein ZURÜCK.

Jetzt geht es darum die Chancen zu ergreifen und zu gestalten.

Was haben Sie in der Krise gelernt?

Was wollen Sie beibehalten? Wie können Sie das Gelernte sichern?

Vielen von uns befinden sich in der Nähe des kritischen Umschaltpunkts, einige haben bereits Entscheidungen getroffen oder Anpassungsprozesse umgesetzt, andere werden noch in der akuten Krisenbewältigung stecken. Ganz am Anfang gilt es für alle gleichermaßen, die Frage zu klären:

Wo steht das Unternehmen?

In der „Verwirrung“ entwickeln sich neue Autoritäten: Jene, die eine authentische Vision haben und Treibstoff für eine neue Klasse von Unternehmen liefern.

Auf die Konfusion folgt unweigerlich die Innovation, jedoch nicht mehr im Sinne von ständiger technologischer Neuerung, sondern mit einem neuen Verständnis von Kreativität und innerhalb neuer mutiger Unternehmenskulturen. Zentral für die Resilienz eines Unternehmens sind die Menschen, die in ihm und für es arbeiten. Um die richtigen MitarbeiterInnen zu finden (und zu halten), ist ein Umdenken erforderlich – weg von Human Resources, hin zu Human Relations.

Auch die Rolle von Marken und Marketing ist – nicht erst seit Corona – im Wandel: Erfolgreiche Marken müssen sich künftig weniger auf einzelne Individuen fokussieren, sondern mehr auf Werte und kollektive Identitäten. Zukunftsfähige Marken verstehen sich als aktive Treiber des Wandels „Transforming Brands“.

All diese Transformationsprozesse erfordern eine zeitgemäße Unternehmensführung, in der es nicht mehr primär um Leistungssteigerung und operative Exzellenz geht, sondern darum, die richtigen Bedingungen für Adaption zu schaffen. Dies bedeutet nicht zuletzt, dass Führungskräfte stets die Veränderungen im Außen im Blick haben und mit dem Innen des Unternehmens in Einklang stehen müssen.

Dies gelingt am besten in der systematischen Auseinandersetzung.

 einfachstimmig unternehmensbereiche

Unternehmensvision

Zukunft entsteht durch die Bilder, die wir von ihr im Kopf haben. Die Pandemie hat die alten Bilder von der Zukunft auf einen Schlag verabschiedet – und macht gleichzeitig den Platz frei für neue Visionen, die bisher nicht für möglich gehalten wurden.

Der Weg zu diesen Visionen führt dabei über die eigenen Emotionen – denn nur diese verraten, wo tatsächlich eine innere Auseinandersetzung mit den eigenen Wahrnehmungsmustern stattfindet und an welche neuen Bilder von der Zukunft wir bereit sind zu glauben.

Das Wichtigste, was Menschen und Unternehmen in der Coronakrise brauchen, sind Orientierung und Sicherheit denn das sorgt für Klarheit. In Unternehmen sind Visionen eine treibende Kraft, sie können motivieren und verbinden. Die Schlüsselemotionen der eigenen Organisation zu erkennen und in positive Visionen von der Zukunft zu übersetzen, wird zur zentralen Aufgabe für Unternehmen.

Agilität mit ihren Werten, Prinzipien und einem iterativen Vorgehen, helfen uns dabei.

Wie klar ist die Unternehmensvision in ihrem Unternehmen?
Gibt sie Sicherheit und Orientierung? Und hat sich durch Corona etwas verändert?

 VUKA und andere Herausforderungen

Innovation

Krisen setzen ein hohes Maß an Kreativität frei, und auch die Coronakrise zeigte, dass Not erfinderisch macht. In kürzester Zeit entstanden neue digitale Geschäftsmodelle, neue Konzepte gemeinsamen Arbeitens wurden von heute auf morgen gelebt. Die Corona-Ökonomie orientiert sich zunehmend in Richtung „Postwachstum“. Dabei wird die „klassische“ Innovation um Innovationsarten ergänzt, die auf eine Neu- und Wiederentdeckung bereits bestehender Lösungen und Potenziale zielen.

Haben sich durch die Krise neue Innovationsarten/-ansätze ergeben?

Entscheidend ist der Wegfall alter Muster und Regeln: Bestehende Systeme funktionieren nicht mehr, die Zukunft ist plötzlich wieder völlig offen, die Welt darf wieder völlig anders gedacht werden. Genau deshalb ist es jetzt essenziell, Lösungen nicht erzwingen zu wollen, sondern die kreativen Ideen wahrzunehmen, die in einer Zeit der Krise ganz von selbst entstehen.

In vielen Unternehmen finden wir heute Innovations-Prozesse. Sie definieren, wie man an „Neues“ herangeht, und wie dieses dann in die Organisation eindringt. Dagegen gibt es nichts zu sagen. Aber es nützt nichts, solange die Kultur im Unternehmen nicht durch Innovation geprägt ist.

Vertrauen als Nährboden für Innovation

Wir brauchen Spielräume für Offenheit, Kreativität und Innovationsfreude. Diese können nur auf Basis einer Kultur des Vertrauens und der Angstfreiheit entstehen und mit Leben gefüllt werden. Zu den fünf Faktoren erfolgreicher Zusammenarbeit gehören: Verlässlichkeit, Klarheit und Struktur, Sinnhaftigkeit, Wirksamkeit und „Psychological safety“. Gerade die psychologische Sicherheit sorgt aktuell für Fragen, Sorgen und Ängste: Tage wie diese sind überschattet von einer großen Unsicherheit auf allen Ebenen.


Umso wichtiger ist es deshalb, jetzt die Energie aufzuwenden, um den Fokus auf die Gestaltung der (digitalen) Arbeitswelt sowie das operative Geschäft zu richten und zu priorisieren. Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen noch einmal von Grund auf reflektieren, wie und wo sie Kreativität Raum geben und sinnvoll in die unternehmerische Innovationspraxis einbauen können.

Wer Kreativität nicht „überstülpt“, sondern klug mit spezifisch unternehmerischen
Herausforderungen kombiniert und eine Kultur des Ausprobieren-Könnens pflegt,
ebnet auch den Weg für eine neue Qualität von Innovation.

Human Relations

Die Pandemie ist ein Stresstest für Gesellschaft und Wirtschaft. Um diesen zu bestehen, benötigen Unternehmen ein Höchstmaß an Resilienz. Diese hängt nicht zuletzt von den einzelnen MitarbeiterInnen ab. Um die Resilienz des gesamten Unternehmens fördern zu können, ist es wichtig, nicht nur die unterschiedlichen Stärken, sondern auch die individuellen Werte und Bedürfnisse der Menschen in der Organisation genau zu kennen, damit alle sich bestmöglich einbringen können.

Der Unternehmensalltag hat sich radikal verändert. Plötzlich sind statt Fachkompetenzen oder dem Erreichen von Leistungszielen ganz andere Dinge im Fokus: Zusammenhalt, gute Kommunikation und geteilte Werte.

Growth fixed mindset

Gerade in unsicheren Zeiten ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Spezialwissen und Fachkompetenzen treten in den Hintergrund und gemeinsam geteilte Werte und Denkweisen werden zu entscheidenden Faktoren. Aus diesem Grund ist es wesentlich, dass PersonalerInnen künftig stärker darauf achten, sich nicht nur auf kurzlebige Hard Skills, sondern vor allem auf das Mindset der Menschen zu konzentrieren.

  • Weg von Human Resources: Die Personalabteilung managed den effizienten Einsatz des Human Kapitals.
  • Hin zu Human Relations: Den Wert der Beziehungen zwischen Mensch und Unternehmen. MitarbeiterInnen und Führungskräfte, (zukünftige MitarbeiterInnen ebenso) stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

HR als Beziehungsgestalter zwischen Mensch und Maschine (Digitalisierung).

Marketing

Große Player, wie Facebook, Google oder Amazon, helfen Unternehmen und Nutzern dabei, gut durch die Krise zu kommen. Facebook ermöglicht es beispielsweise, temporäre Updates für Unternehmen einzustellen. Änderungen in Öffnungszeiten, Angeboten und Services werden so prominent dargestellt.

Ähnlich verhält es sich auch bei Google My Business. Google steht aber auch mit Rat und Tat zur Seite. Dazu nutzt der Suchmaschinenriese seine Einblicke in die Abläufe unterschiedlichster Unternehmen. Aus diesen Einblicken haben sich drei Wege ergeben, wie Unternehmen mit der Krise umgehen:

Reaktion I Wiederaufbau I Beschleunigung

Marketing - Gewinner und Verlierer

Diese Phasen setzen die Firmen mit unterschiedlicher Priorität um. Google geht aber noch weiter und wertet aus, inwiefern sich das Suchverhalten der Nutzer verändert. Mit diesem Wissen können Unternehmen auf das dynamische Umfeld reagieren.

Wie schaut es bei Ihnen aus mit digitalen Vertriebsstrategien aus?

Führung

Corona ist nicht nur ein Crashkurs für Homeoffice und digitales Arbeiten, sondern insgesamt ein Turbo-Beschleuniger für wirtschaftliche Entwicklungen. Für Führungskräfte war es schon vor Corona schwierig mit der Dynamik, Volatilität und Unsicherheit der Welt mitzuhalten. Nun, in der Krise, muss plötzlich alles noch viel schneller gehen. Kritische, für das Unternehmen geradezu überlebenswichtige Entwicklungen stehen an und erlauben keine Verzögerungen.

In chaotischen Zeiten benötigen Organisationen Leadership – mehr denn je.

Die Aufgabe von Führungskräften ist es also nicht, die Aufrechterhaltung des Regelbetriebs zu überwachen. Ganz im Gegenteil: Es ist eine Leadershipaufgabe, auch für Irritation, für Abweichungen, für ein stetes Hinterfragen des eingeschlagenen Weges zu sorgen. Dazu gehört auch, schwache Signale des Wandels wahrzunehmen, bevor sie zu starkem Veränderungsdruck führen und selbst der Auslöser für Überraschungen zu sein, statt sie krampfhaft zu verhindern.

  • schnelle, prozessnahe Entscheidungen mit starker Einbindung von MitarbeiterInnen und Kunden
  • Entscheidungen findet dort statt, wo sie am schnellsten und besten getroffen werden können
  • selbständige MitarbeiterInnen in selbstorganisierten Teams, die eigeninitiativ gute Lösungen anstreben
  • Kultur gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Wertschätzung zwischen den MitarbeiterInnen und zwischen den MitarbeiterInnen und der Führungskraft
  • Orientierung nach außen, intensiver Austausch mit Kunden und Partnern
  • wenige zentrale Regeln, viel Vertrauen, selbstständige und selbstorganisierte Arbeitsgestaltung
  • die organisationale Widerstandskraft stärken.

Zukunftsmut ist eine Ressource, die in den Köpfen der Menschen steckt.

In Zeiten des Umbruchs hilft sie uns, neue Lösungsstrategien zu entwickeln und unerforschte Wege zu erkunden.

Essenziell sind die Handlungsfelder Führung, Kultur und Technologie.

Außerdem gilt es zu unterscheiden, was Sofortmaßnahmen und was langfristig, strategische Projekte sind.

Haus der Entwicklung

 

  • Die Technologie bildet das Fundament, die digitale Zuverlässigkeit ist entscheidend. Denn digitale Technologien ermöglichen Unternehmen die Arbeitsfähigkeit. Sie sind die Basis für mobile Zusammenarbeit und digitale Geschäftsmodelle.
  • Mit einer wandlungsfähigen Kultur widerstandsfähiger und robuster werden. Es geht darum eine organisationale Resilienz zu entwickeln. Dazu gehören Schnelligkeit und Disziplin. Eine positive Fehlerkultur steht vor Perfektion.
  • Mit einer agilen Führungsstruktur und -kultur Krisen besser meistern. „Wenn Führungskräfte einschließlich des Topmanagements agile Grundsätze vorleben und agile Methoden einsetzen, bewegen sie einen riesigen Hebel. Sie gewinnen Zeit für Strategie und Innovation – und machen die Organisation erfolgreicher.“

Deshalb mit Optimismus Rahmenbedingungen schaffen, die Neues ermöglichen.

Autorinnen: Katrin Greßer & Annika Leopold

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