Shop

Tauchen aktuell Konflikte auf, denken viele Menschen in den Unternehmen: „Gerade jetzt? Konflikte können wir uns nicht leisten, wir müssen wieder Fahrt gewinnen!“ Um Prof. Glasl, den wohl renommiertesten Konfliktforscher, zu zitieren: Konflikte sind verdeckte Entwicklungschancen.“

Unter diesem Aspekt sind Konflikte gerade in dieser Zeit sogar wünschenswert – zeigen sie doch versteckte Entwicklungspotenziale bei sich, den MitarbeiterInnen, dem Team oder sogar dem Unternehmen auf.

Haben Sie in den vergangenen Wochen auch die Erfahrung gemacht, dass „remote Arbeiten“ eigentlich gar nicht so schlimm ist? Es kristallisieren sich dadurch allerdings bisweilen die bisher latent vorhandenen Konflikte bei einigen MitarbeiterInnen noch deutlicher heraus: Verweigerung von Webmeetings, Nichteinhalten der Pausenzeiten, Teilnahmslosigkeit, fehlende eigenen Beiträge, Blockadehaltung, usw.

Das kann dann schlimmstenfalls zu einem Strohfeuer für das ganze Team/Unternehmen werden und die Chancen, die sich durch „remote Arbeiten“ ergeben können, ganz schnell wieder zunichtemachen.

In diesen Zeiten brauchen Sie aber alle MitarbeiterInnen zu 100% im Boot um erstens wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen und zweitens einen ggfs. weiteren Sturm überstehen zu können.

Was ist der erste Schritt?

Sprechen Sie als Führungskraft oder KollegIn Ihre Wahrnehmung eines potenziellen Konflikts direkt und unverzüglich bei den Beteiligten an.

Dies ist umso wichtiger, wenn Sie remote arbeiten: Hier ist die Gefahr besonders groß, sich ins „stille Kämmerlein“ zurück zu ziehen. Sie verlieren dabei den Kontakt und ein potenzieller Konflikt verselbstständigt sich, ohne dass Sie es erfahren oder beeinflussen können.

Schildern Sie, was Ihnen aufgefallen ist, formulieren Sie Ihre Erwartungen und fragen Sie die andere Seite nach ihrer Wahrnehmung. Damit dies konstruktiv gelingt und Sie Rechtfertigungen vermeiden, ist es wesentlich, dass Sie Ihre Sichtweise darstellen und „ICH-Botschaften“ formulieren. Stellen Sie klar, dass es Ihnen wichtig ist, die Wahrnehmung des/der Betroffenen zu hören und Sie ihn/sie verstehen möchten, um einen Konsens zu erreichen.

Durch dieses sofortige und direkte Ansprechen verlieren Konflikte ihren Schrecken! Vermeiden lassen sie sich ohnehin nicht. Wenn sie im Hintergrund weiter schwelen, verursachen sie weit mehr unerwünschte Nebenwirkungen und vor allem horrende Kosten, wie viele Studien mittlerweile ausführlich belegen. Also warum sich ihnen nicht proaktiv stellen und lernen, sie konstruktiv in den (Arbeits-) Alltag zu integrieren? Denn, ein gelöster Konflikt setzt mehr Motivation und Energie frei, als ihn zu ignorieren oder gar aussitzen zu wollen.

Konflikte sind überall vorhanden – Lösen Sie sie jetzt!

Beginnen Sie bei sich selbst: Was triggert Sie an, was stört Sie bei Ihrer Führungskraft, bei KollegInnen, im Team, im Unternehmen? Und wo haben Sie evtl. das Gefühl, ständig eine „Kröte“ schlucken zu müssen? Welche Themen kommen bei Ihnen hoch? Ist es die nicht berücksichtigte Beförderung, der Kollege, der immer zu spät zum Meeting kommt, das Teammitglied, das ständig jede Idee zerpflückt und den ganzen Projektfortschritt lähmt, usw.?


Diese und viele andere „Symptome“ sind in vielen Unternehmen an der Tagesordnung und
verursachen immense Kosten durch Demotivation, mangelnde Kreativität und Engagement.

Mit dem Feedback fängt es an

Mit diesem einfachen und sehr niederschwellig einsetzbaren Instrument können Sie Konflikte in ihrem Entstehungsstadium bereits adressieren, eingrenzen und womöglich beseitigen. Geben Sie daher so oft wie möglich Feedback, wenn es dafür einen Anlass gibt. Voraussetzung ist allerdings, dass man gelernt hat, richtig Feedback zu geben. Das das gar nicht so einfach ist, kennen viele aus dem eigenen Mitarbeitergespräch. Da wird oft das „Kind mit dem Bade ausgeschüttet“, eigentlich meint man es gut oder möchte „etwas loswerden“, vergisst dabei aber, es konstruktiv zu formulieren und schon entsteht ein neuer Konflikt. Hier empfiehlt es sich, nochmal in den Unterlagen zur Führungskräfteausbildung zu blättern oder in der Projekt- oder Teamleiter Ausbildung, denn dort wurde dieses Instrument sehr intensiv geübt. Es handelt sich dabei nämlich um eines der grundlegendsten Führungswerkszeuge überhaupt.

Puh, da haben wir ein Fass aufgemacht!?

Was tun, wenn sich bei dem Feedbackgespräch herausstellt, dass es hier wohl ein größeres Thema gibt und es nicht mit „einfachen“ Maßnahmen oder Verhaltensänderungen getan ist, sondern stattdessen sogar weitere Beteiligte oder gar die Organisationsstruktur betroffen sind? In diesem Fall ist die nächste Anlaufstelle der interne Konfliktlotse. Viele Unternehmen haben bereits ein Konfliktmanagementsystem aufgebaut und Konfliktlotsen und -beraterInnen für diese Fälle ausgebildet. Falls es keine Anlaufstelle gibt oder Bedenken wegen der Allparteilichkeit (= ein Prinzip der Mediation/Konfliktberatung: Keine Partei wird bevorzugt) bestehen, dann sollte ein/e externe/r KonfliktberaterIn oder MediatorIn hinzugezogen werden.

Verfahren der Konfliktbeilegung/Mediation

Dies geschieht am besten über die Führungskraft oder die Personalabteilung. Sie fungieren als Auftraggeber für den/die MediatorIn. Nach einem (meist) kostenlosen Vorgespräch zur Konfliktsituation werden das weitere Vorgehen und die Möglichkeiten der Konfliktbeilegung besprochen.

Was haben die Führungskräfte und die MitarbeiterInnen davon?

Sie können sich wieder voll und ganz ihren Aufgaben widmen. Sie sparen wertvolle Zeit und Energie. Das fördert die Verbundenheit und ein Gefühl der Zugehörigkeit und gegenseitigen Wertschätzung entsteht, menschengemäß eben …

TIPP

  • Sprechen Sie Konflikte proaktiv an.
  • Schildern Sie Ihre Sichtweise und fragen Sie, wie Ihr Gegenüber das sieht.
  • Bauen Sie ein internes Konfliktmanagementsystem auf.
  • Holen Sie sich Unterstützung durch eine/n externe/n KonfliktberaterIn/MediatorIn.

Weiterführende Links und Informationen finden Sie hier: Konfliktberatung/Mediation Nürnberg

Ihr/e ExpertIn

Rund um diesen Beitrag

Hörprobe: Einfach mal reinhören!

Hier können Sie in unser Hörbuch Agil und erfolgreich führen reinhören:

Seminare, Lernen und mehr

einfachstimmig-seminar-konflikte-als-chance

Konflikte als Chance

Keine Scheu vor Konflikten: Miteinander statt Gegen­einander
D.02

Empfohlene Medien

Medienbild von Agil und erfolgreich führen

Agil und erfolgreich führen

Verwandte Seminare

Verwandte Beiträge

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin mit uns.
Wir freuen uns auf einen Austausch mit Ihnen!