Höher, schneller, weiter … und das jetzt ganz achtsam, so könnte man den Hype um die Achtsamkeit interpretieren.

Ist Achtsamkeit der Turbo für die neue Arbeitswelt?
Die Pille „Achtsamkeit“ einschmeißen und los geht die Fahrt durch turbulente Zeiten. Klingt verführerisch. Doch schon die Chinesische Weisheit hat das Geheimnis der Achtsamkeit entdeckt. “Wenn Du schnell sein willst, gehe langsam.“

Achtsamkeit bekommt in vielen Unternehmen immer mehr Aufmerksamkeit. Google, SAP, Sparda Bank München und viele andere Unternehmen vermitteln Achtsamkeitsmethoden für Führungskräfte und MitarbeiterInnen und auch bei uns sind die Anfragen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Achtsamkeit hat nichts mit Hokuspokus zu tun, sondern ist ein Training für den Geist. Der Hype um Achtsamkeit kann durchaus kritisch gesehen werden, wenn er das reine Nutzen-Denken und den Optimierungswahn weiter anfeuert. Doch dann wäre es keine Achtsamkeit mehr.

Achtsamkeit hat die Intention, sich auf den gegenwärtigen Moment zu fokussieren und die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. Raus aus dem Autopilot, rein ins bewusste Wahrnehmen. Der erste Schritt ist innerlich zur Ruhe kommen. Mit der Zeit schulen Sie den inneren Beobachter und lernen nicht-wertend bzw. urteilsfrei wahrzunehmen. Achtsamkeit hilft uns auch, mit unseren eigenen und mit fremden Emotionen umzugehen. Dies bedeutet weder die Emotionen zu verdrängen noch sie zu ignorieren, sondern sie zu spüren und zuzulassen, wahrzunehmen was jetzt gerade ist. Oft reicht es schon aus, um sie zu regulieren. Gefühle wollen gefühlt werden.

Durch das achtsame Innehalten können wir Situationen aus einer nicht-wertenden Haltung, klarer und mit wachem Geist, betrachten. Wir sind weniger stark in unseren Gefühlen gefangen. Das achtsame Zuhören im Gespräch, den Anderen verstehen wollen, ohne sofort zu interpretieren oder die eigene Geschichte erzählen zu wollen, erfordert ein hohes Maß an sozialer Kompetenz. Achtsamkeit sorgt für mehr Balance, inmitten dynamischer Märkte, die Experimente, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit fordern. Sie stärkt die kognitiven Fähigkeiten und reduziert persönliche Erschöpfung. Außerdem hilft uns Achtsamkeit, unsere Gedanken in eine andere Richtung zu lenken.

“Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.”  (Carl Gustav Jung)

Achtsamkeit ist eine unterstützende Kraft für Inneres Bewusstwerden. Für viele heißt es zu lernen, mit den Emotionen umzugehen, ihre Wirkungen zu verstehen und sie sozial verträglich zum Ausdruck zu bringen. Deshalb sehen wir die persönliche Entwicklung, die den Menschen reifen lässt, als essentiell in Change- und Transformationsprozessen – egal ob agil oder klassisch. Sie bringt ein verändertes Bewusstsein mit sich, das nicht auf Knopfdruck kommt, sondern ein Prozess des Menschseins ist.

Die vier Felder der Achtsamkeit

Nehmen Sie sich etwas Zeit und gehen Sie die vier Felder der Achtsamkeit anhand einer konkreten emotional erregenden Situation durch. Sie werden lernen, Ihre

  • Gefühle wahrzunehmen, zu beobachten, zu regulieren ohne sofort auf sie zu reagieren,
  • Gedanken zu identifizieren sowie Muster zu erkennen,
  • Handlungen zu betrachten und
  • Bedürfnisse zu erkennen.

Die vier Felder der Achtsamkeit

Quelle: Ready for Transformation von Renate Freisler und Katrin Greßer, managerSeminare 2019

 

Sie können die vier Achtsamkeitsfelder in einer ganz konkreten Situation nutzen, um in eine beobachtende Haltung zu gelangen. Oder Sie verwenden die Fragen zur persönlichen Reflexion im Nachhinein. Passen Sie die Fragen bei Bedarf an. Probieren Sie es einfach mal aus.
Eine PDF-Vorlage können Sie hier downloaden.

Wenn Ihnen die vier Felder zu lange dauern, probieren Sie folgende 1-Minuten-Übung:

Übung “Gedanken zuhören”

  • Hören Sie eine Minute Ihren eigenen Gedanken zu.
  • Reflektieren Sie nach dieser Minute:
    • Welche Gedanken habe ich schon oft gehört?
    • Welche Gedanken sind hilfreich?
    • Welche Gedanken sind destruktiv?
    • Was möchte ich künftig denken?

Eine klassische Übung, die Sie jederzeit anwenden können, ist die Atemachtsamkeit.

Atemachtsamkeit – Ihr mentales Fitness-Studio

  • Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl. Nehmen Sie Ihre Sitzposition wahr. Wenn Sie möchten, schließen Sie die Augen.
  • Atmen Sie ganz normal durch die Nase ein.
  • Mit dem Ausatem zählen Sie innerlich die Zahl „Eins“.
  • Fahren Sie in Ihrem Atemrhythmus fort. Mit jedem Ausatem zählen Sie eine Zahl höher.
    • Einatem - Ausatem - „Eins“
    • Einatem - Ausatem - „Zwei“
    • Einatem - Ausatem - „Drei“
  • Beginnen Sie mit drei bis fünf Atemzügen.

Das Wesentliche an der Achtsamkeit ist, präsent im Augenblick zu sein und die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. Ein paar achtsame Atemzüge können wir täglich trainieren, egal wo wir gerade sind.

Viel Spaß dabei!

Ihr/e ExpertIn

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